Schnappatmung bei „Bares für Rares“: Verkäufer zittert nach 30.000-Euro-Expertise
Horst Lichter zeigte sich in der Montagsausgabe der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ sichtlich angetan, als er die Expertise unterstützen durfte. Denn Friederike Werner wagte sich nicht allein an die außergewöhnliche KPM-Vase. Am Ende zitterte aber nur der Verkäufer, als der enorme Schätzpreis fiel.

Die Bodenvase begleitete Stephan aus Nürnberg schon seit seiner Jugend. Einst stand sie im Schlafzimmer seines Onkels – ein vertrauter Anblick „auf dem Flokati“, erzählte er. Heute wirkte das Erbstück auf ihn eher fremd: „Strange, sehr ausgefallen“ und sogar „exotisch“. Deshalb solle es verkauft werden.
In einer anderen Folge war Horst Lichter erstaunt, weil ein wertvolles „Bares für Rares“-Objekt lediglich für 30 Euro weggehen sollte.

Verkäufer kann „Bares für Rares“-Expertise nicht fassen: „Jetzt erst mal einen Schnaps“
Lichter war überrascht, als die Expertin erklärte, dass die Vase aus Weichporzellan bestehe. Der Moderator hatte eher mit Keramik gerechnet. Friederike Werner betonte jedoch, dass nur Porzellan diese aufwendigen Glasuren und die pompösen Angarnierungen der Maispflanzen ermögliche – worauf Lichter anerkennend feststellte: „Wirklich sehr pompös.“
Entworfen wurde die Vase 1898 von Künstler Albert Klein für die Königliche Porzellan-Manufaktur in Berlin. Friederike Werner unterstrich noch einmal: „Das ist eine KPM-Vase“ – was Lichter weiterhin ungläubig staunen ließ. Für die Expertin warf das außergewöhnliche Objekt vor allem eine Frage auf: „Wo fängt Kunst an, wo hört Natur auf?“
Die Vase beschrieb Werner als „rauschhaft“ und „unikatär“, da der Mais bei jedem Exemplar unterschiedlich angeordnet wurde – „die Natur überwältigt alles“. Wie viele dieser Stücke existierten, konnte sie nicht sagen. Vergleichsobjekte waren ihr aber nicht bekannt, lediglich ein ähnliches Werk mit Schwertlilien im Bröhan-Museum in Berlin.
Der Verkäufer rechnete trotz kleiner Mängel mit 2.500 bis 3.000 Euro. Die Expertise übertraf seinen Wunsch aber bei Weitem: 25.000 bis 30.000 Euro. Die Reaktion von Stephan folgte prompt – zittern, Schnappatmung und „jetzt erst mal einen Schnaps“. „Leck mich am …“, rutschte es dem Verkäufer danach noch raus. Lichter zeigte Verständnis.
Nicht das erste Mal, dass Horst Lichter bei „Bares für Rares“ plötzlich die Fassung verliert.

Für so viel Geld geht die „Bares für Rares“-Vase tatsächlich weg
Nachdem Lichter den überraschten Verkäufer für frische Luft kurz vor die Tür begleitet hatte, betrat er schließlich den Händlerraum. Christian Vechtel und Ferdinand Resul Adanir hätten nie vermutet, dass die Vase von KPM stammt, fanden das Stück aber „geil“. Trotzdem starteten die Gebote angesichts des hohen Schätzpreises zunächst niedrig.
Nachdem Christian Vechtel die Gebote seiner Kollegen auf 4.000 Euro erhöht hatte, fragte der Verkäufer: „Wollen wir die Katze aus dem Sack lassen?“ Als dann der tatsächliche Wert aus der Expertise bekannt wurde, rief Elke Velten erstaunt: „Boah.“ Vechtel blieb aber gelassen: „Sowas habe ich mir schon gedacht – aber nicht ganz so hoch.“
„Was haben Sie sich denn vorgestellt?“, fragte Ferdinand Resul Adanir und Verkäufer Stephan erwiderte hoffnungsvoll: „Werden wir fünfstellig?“ Vechtel erhöhte schon mal auf 7.500 Euro. Und jetzt mischte auch Elke Velten mit, denn „die Vase ist ein Traum. Ich würde 10.000 Euro geben“.
„Das ist stark“, lobte Wolfgang Pauritsch Veltens fünfstelliges Gebot. Doch Vechtel blieb hartnäckig und bot schließlich 12.200 Euro – der Zuschlag gehörte ihm und wurde von Applaus für seinen Mut im Händlerraum begleitet. Velten gestand: „Ich spekuliere nicht so gerne“ – denn für so eine ausgefallene Vase muss man erst mal einen Käufer finden.
Höchstes „Bares für Rares“-Gebot aller Zeiten: Händlerin bietet auf einmal „900.000“ Euro.
Von Natalie Cada
Das Original zu diesem Beitrag “Schnappatmung bei „Bares für Rares“: Horst Lichter muss Verkäufer nach Expertise hinausbegleiten” stammt von teleschau.




