“Bares für Rares”-Verkäuferin wird melancholisch: “Das tut weh”
Berührender Moment bei “Bares für Rares”, als sich die Verkäuferin von ihrem Wegbegleiter verabschiedet: “Ich werde den Adler vermissen.”

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Große Gefühle und skandinavisches Design beherrschen die Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow “Bares für Rares” mit Horst Lichter. Die Verkäuferin trennt sich schweren Herzens von einem wegweisenden Begleiter: “Tut weh.” Im Händlerraum entwickelt sich schließlich ein emotionales Bietergefecht – trotz blöder Papageien-Witze.
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Ingeborg aus Dormagen hat eine besondere Tierskulptur mitgebracht, die Fragen aufwirft: Handelt es sich um einen Pinguin, Adler oder doch Papagei? Die Verkäuferin klärt auf – ihr Wissen über die Adlerskulptur ist groß. Immerhin begleitet sie der Vogel schon 70 Jahre ihres Lebens.
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Die Familie der Verkäuferin hat das Objekt 1958 von einer finnischen Austauschschülerin erhalten. Ingeborg kennt auch den finnischen Künstler Ulf Tikkanen und die Manufaktur Arabia – “eine der bekanntesten Keramikfabriken Finnlands”, fügt Ingeborg hinzu. Bianca Berding nickt zustimmend. “Du bist gut vorbereitet”, lobt auch Horst Lichter.
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Mit dem Vogel habe Ingeborg in jungen Jahren gelernt: “Es gibt andere Länder und Menschen, die anders reden, anders leben”. Für sie sei die Skulptur wegweisend gewesen: “Er hat mir gesagt, schau dir die Welt an, die Welt ist schön, lass dich nicht einsperren. Und das habe ich auch gemacht.”
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“Ich finde ihn ganz toll gemacht, er ist kein harter Adler, sondern ein weicher”, schwärmt Ingeborg weiter über ihr Gastgeschenk, das sie schon so lange begleitet. Jetzt sucht sie ein neues Zuhause für den “schnörkellosen” Vogel, “sonst habe ich Angst, dass er auf dem Schrott landet”. Auch Berding findet das minimalistische Design “zeitlos”.
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Typisch für skandinavische Tierplastiken ist die Reduktion auf das wesentliche – “die Essenz der Tiere”. So wird der Adler “erhaben, majestätisch und monumental” präsentiert. “Und der Sockel hebt ihn noch mehr in die Höhe – wie ein Denkmal”, beschreibt Expertin Berding. Der Künstler Tikkanen habe sich auf Vogeldarstellungen spezialisiert.
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“Der ist geliebt worden”, betont die Verkäuferin nochmal, als Berding auch den “tadellosen” Zustand lobt. Der Wunschpreis für den stilisierten Vogel mit ganz viel Geschichte liegt zwischen 250 und 300 Euro – orientiert an Auktionsergebnissen, die sie im Vorfeld recherchiert habe. Berding schätzt den Wert sogar noch höher ein, auf 300 bis 500 Euro.
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“Das fühlt sich nicht sehr schön an und tut ein bisschen weh, diesen Adler zu verlieren. Denn der hat richtig mit mir gelebt – 70 Jahre ist eine lange Zeit”, wird Ingeborg melancholisch, bevor sie den Händlerraum betritt. Dort wird zunächst ebenfalls gerätselt, um welches Tier es sich handelt. Julian Schmitz-Avila tippt auf einen Pinguin.
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David Suppes tippt hingegen auf einen Adler und hat recht. Zudem findet er die glasierte Keramik aus den 1950er Jahren “wunderschön” – vor allem auch die Geschichte dazu, die Ingeborg erzählt. Sie fügt hinzu: “Der Vater der Austauschschülerin war ein jüdischer Kaufmann, der aus Estland nach Finnland fliehen musste. Von ihm ist das Gastgeschenk.”
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“Tolle Geschichte”, findet Suppes. Schmitz-Avila ergänzt: “Da haben Sie was Tolles geschenkt bekommen, denn das ist von Arabia, die größte Keramikfirma Finnlands.” Als erster Händler bietet aber Lehnertz 80 Euro “für den Papagei”. Zudem findet er “die Geschichte besser als den Vogel”, fügt er herzlos hinzu. Ingeborg blickt irritiert.
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“Tiere sind immer sehr gesucht”, versucht Elisabeth Nüdling die Stimmung zu heben und bietet 100 Euro. “Der ist minimalistisch und passt überall hin”, erklärt Suppes und erhöht auf 120 Euro. Danach bietet auch Jos van Katwijk mit. “Nach Holland geht der nicht”, schnaubt Lehnertz wieder und mischt weiter mit.
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Als die Verkäuferin die Schätzung von Berding preisgibt, nimmt das Bietergefecht noch einmal Fahrt auf. Schließlich bietet Suppes 310 Euro – “für das wunderschöne Design und auch für den Hintergrund des Objekts”. Schweren Herzens erteilt Ingeborg den Zuschlag. Nach der Sendung gesteht sie sichtlich bewegt: “Ich werde den Adler vermissen.”
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Als weiteres Objekt der Sendung bringen Andreas und Michael aus Beidenfleth und Itzehoe ein Kamera-Set “Rapid Photo-Hobby” von Agfa mit, das vollständig und unbenutzt noch im Karton lagert. Den Dachbodenfund samt Entwickler-Box, um Fotos zu Hause zu entwickeln, datiert Sven Deutschmanek zwischen 1965 und 1973.
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Der Wunschpreis liegt bei 95 Euro. Der Experte schätzt den Wert auf 80 bis 100 Euro. Im Händlerraum sorgt das seltene neuwertige Foto-Set für ein Händler-Duell zwischen David Suppes und Jos van Katwijk. Letztlich zahlt Suppes sogar 300 Euro, denn “ich muss das haben”.
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Mirja und Renate aus Langenfeld und Varel wollen einen Ring verkaufen, denn “er ist zu pompös”. Der Schmuck mit einem großen Rubellit (39 Karat) stammt aus Rio de Janeiro. Heide Rezepa-Zabel ist vor allem von der Farbe des Steins begeistert: “Er steht wie ein Rockstar.” Sie datiert den Schmuck in den 1960er Jahren.
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Der Wunschpreis für den Ring von Juwelier Sauer aus 750er Gold, Diamanten (0,8 Karat) und Rubellit liegt bei 4.000 bis 5.000 Euro. Die Expertin schätzt sogar 5.000 bis 6.500 Euro. Händlerin Elisabeth Nüdling zahlt schließlich 3.300 Euro.
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Brigitte und Charlotte aus Überlingen und Ratzenried haben einen Kerzenleuchter im Gepäck, den die Großmutter Brigitte bei einer Internetauktion erworben hat. Jetzt findet sie ihn zu groß und deshalb muss er weg. Laut Bianca Berding handelt es sich um ein Jugendstil-Objekt des bekannten deutschen Keramikers Max Laeuger.
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Für den handgemalten Leuchter der Tonwerke Kandern (1910-1913) wünscht sich die Verkäuferin 500 Euro. Auch Expertin Berding schätzt 500 bis 600 Euro. Nach einigen Geboten erhält David Suppes bei 450 Euro den Zuschlag.
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“Deutsches Kulturgut oder Ausdruck deutscher Spießigkeit?”, fragt sich Sven Deutschmanek, als Saskia und André aus Hage einen Gartenzwerg mitbringen. Sein Großvater hat die Zwerge auch gesammelt, erzählt der Experte weiter und gesteht: “Ich fand sie immer fürchterlich.”
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Bei dem Zwerg (“Gnome”) aus der Sendung handelt es sich um einen Hocker vom Design-Unternehmen Kartell aus Mailand. Der Entwurf stammt von dem französischen Designer Philippe Starck. Oft werden die Hocker unter dem Namen “Napoleon” gehandelt. Der Experte datiert den kleinen Zwerg in den 1990er Jahren.
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Für den Gnome-Hocker aus Technopolymer wünscht sich die Verkäuferin 50 bis 80 Euro. Deutschmanek taxiert das Designobjekt auf 150 bis 200 Euro. Händlerin Elisabeth Nüdling findet den Hocker “putzig”, aber am Ende erhält Walter Lehnertz für 120 Euro den Zuschlag – “das wird das Sünderbänkchen für meine Holde”.
