„Bares für Rares“-Expertin erzählt tragische Baby-Geschichte hinter einem Foto

Köln – In der Folge der beliebten ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ mit Moderator Horst Lichter vom 10. März 2026 bringt Frank Teneyken aus Bochum zwei signierte Foto-Abzüge des Fotografen Volkmar Wentzel zum Verkauf in das Walzwerk in Pulheim bei Köln. Die Expertin bleibt vor allem bei einem Bild-Detail hängen.

Hinter Foto bei „Bares für Rares“ steckt tragische Baby-Geschichte

Unterdessen ging es kürzlich bei „Bares für Rares“ im ZDF um den aktuellen Marktpreis für das wertvolle Material Bronze. In der TV-Trödelsendung wurde ein Kerzenleuchter verkauft, der neun Kilogramm wog. Im Händlerraum kaufte dann Julian Schmitz-Avila aus Bad Breisig das Stück aus den 1960er Jahren für 320 Euro.

Auf dem Foto-Abzug des Bildes von Volkmar Wentzel sind die Dionne-Fünflinge zu sehen.
Auf dem Foto-Abzug des Bildes von Volkmar Wentzel sind die Dionne-Fünflinge zu sehen. © ZDF

Doch zurück zu den Fotos von Volkmar Wentzel (1915-2006). Er war ein renommierter amerikanischer Fotograf und Kameramann, der fast fünf Jahrzehnte für die National Geographic Society tätig war. Seine wenig inszenierten Arbeiten werden hoch geschätzt. Die beiden Fotografien erhielt der Verkäufer in den 1990er Jahren direkt vom Sohn des Fotografen.

In der Sendung äußert sich „Bares für Rares“-Expertin Bianca Berding zu Wentzel und seinen Werken. Bei den professionell gerahmten, signierten Schwarz-Weiß-Abzügen fällt ihr besonders ein Bild mit dem Titel „The Country Store“ auf, auf dem die Dionne-Fünflinge zu sehen sind, die als erste überlebende Fünflinge bekannt wurden.

Auf dem Foto sind die fünf Babys auf einem Werbebanner abgebildet, das in einem Gemischtwarenladen hängt. Das Banner wirbt für spezielle Nuckelflaschen (Stork Nipples). „Die Fünflinge galten damals in Kanada als medizinisches Wunder“, erklärt Kunsthistorikerin Bianca Berding. „Sie sind als Weltwunder vermarktet worden. Sie waren so bekannt wie die Niagarafälle.“

Die Wahrscheinlichkeit für natürlich gezeugte Fünflinge beträgt 1 zu 50 Millionen. Auch wenn Mehrlingsschwangerschaften durch künstliche Befruchtung heute häufiger vorkommen, bleibt es eine Seltenheit, dass mehr als drei Kinder gesund und lebensfähig geboren werden.

Die Dionne-Fünflinge kamen 1934 ohne medizinische Hilfe in einem kleinen Haus ohne Wasser und Strom zur Welt.

Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten entschieden sich ihre Eltern, die Kinder auf der Weltausstellung in Chicago zu präsentieren, woraufhin die Regierung ihnen 1935 das Sorgerecht entzog. Die Fünflinge wurden fortan traurigerweise von der Wissenschaft als Studienobjekte genutzt und zeitweise als Werbeträger eingesetzt.

In einem Freizeitpark wurden die Kinder von den Behörden zweimal täglich hinter einseitigem Spiegelglas vor rund 6000 Besuchern zur Schau gestellt.

Insgesamt bestaunten drei Millionen Menschen die Fünflinge, was der kanadischen Staatskasse Einnahmen von etwa 500 Millionen Dollar einbrachte. Der Freizeitpark entwickelte sich zur größten zeitgenössischen Touristenattraktion in Ontario.

Schwestern mit vier Millionen Dollar entschädigt

Um die Kinder zu unterscheiden, erhielten sie sogar verschiedene Farben und Symbole zugeordnet: Yvonne (Rosa/Rotkehlchen), Annette (Mauve/Ahornblatt), Cecile (Grün/Truthahn), Emilie (Gelb/Tulpe) und Marie (Blau/Teddybär). Emilie verstarb 1954 als Erste, Annette als Letzte im Dezember 2025.

Eine tragische Baby-Geschichte hinter einem Foto erzählte bei Bares für  Rares (ZDF) Expertin Bianca Berding – die Geschichte der Dionne-Fünflinge.

„Die Kinder haben eine dramatische Lebensgeschichte hinter sich. Sie haben kein kindgerechtes Leben leben dürfen, sondern sind ausgestellt worden wie Zootiere“, fasst „Bares für Rares“-Expertin Bianca Berding zusammen. 1998 erhielten die drei damals noch lebenden Schwestern vom Staat eine Entschädigung von vier Millionen kanadischen Dollar.

Die Kunsthistorikerin schätzt den Wert der signierten Foto-Abzüge von Volkmar Wentzel derweil auf 400 bis 800 Euro.

Im Händlerraum, in dem Elisabeth Nüdling aus Fulda und Sarah Schreiber, die kürzlich nach einer langen Babypause zurückkehrte, nicht dabei sind, verbinden Elke Velten und der Hamburger Galerist Anaisio Guedes Kindheitserinnerungen mit den Motiven und bieten sich hoch. Letztlich bekommt Elke Velten für 550 Euro den Zuschlag.

 

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Back to top button
error: Content is protected !!