„Das ist ja verrückt“: Verkäuferin bei „Bares für Rares“ liegt bei Wert ihres Edelsteins völlig daneben
Köln – „Oh, das ist aber auch ein dezentes Steinchen“, kommentiert Moderator Horst Lichter den strahlenden Aquamarin, den das Ehepaar Andrea und Karsten aus Kuddewörde bei Hamburg mit zu „Bares für Rares“ gebracht hat.
Der Stein, der in ein filigranes Geflecht aus Gold und Platin gefasst ist, bringt ein stattliches Gewicht von 39 Karat auf die Waage.

Der Anhänger, der eigentlich an eine Kette gehört, ist ein Erbstück von Andreas Großmutter. „Meine Oma hat den Stein immer getragen, das sah immer so toll aus“, erinnert sich die Enkelin. Sie selbst trägt ihn allerdings nicht, entsprechend soll er nun verkauft werden.
„Bares für Rares“-Verkäuferin verschätzt sich bei Edelstein-Wert
Schmuck-Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel zeigt sich ganz fasziniert von dem Stein und seiner Farbe: „Ein richtiges Meerblau ist das, mit einem leichten Grünschimmer“, schwärmt sie.
Der moderne Schliff sorge für noch etwas mehr Leuchtkraft. Besonders gut gefällt ihr auch die Fassung aus einem relativ leichten Drahtgeflecht aus 585er Gold, abgesetzt mit einigen Platin-Akzenten. Diese Arbeit sei relativ typisch für die ersten Nachkriegsjahre in den späten 1940er oder frühen 1950er Jahren.
Als Andrea ihren Wunschpreis von 750 Euro ausspricht, kann Rezepa-Zabel ein Lachen kaum unterdrücken. „Es ist immer wieder erstaunlich, solche Wünsche“, bemerkt die Fachfrau – und gibt dann ihre eigene Einschätzung. Ein solcher Stein sei locker 3800 bis 4000 Euro wert. Und die Besitzerin fällt aus allen Wolken: „Das ist ja verrückt.“ Mit einem solchen Wert hatte sie nicht gerechnet.
Möglicherweise hatte sich die Hamburgerin mit ihrer Schätzung an anderen Expertisen orientiert, die es in den vergangenen Monaten bei „Bares für Rares“ für Schmuckstücke aus Gold gegeben hatte.
Wegen des hohen Goldpreises der vergangenen Monate gehen die Expertenschätzungen aktuell häufig kaum über den reinen Goldwert hinaus. Dieser liegt im aktuellen Fall bei 640 Euro – entsprechend ist ein Wunsch von 750 Euro gar nicht so unrealistisch.
Vier Händler bei „Bares für Rares“ bieten auf 39-Karat-Aquamarin
In diesem Fall übersteigt aber eben der Wert des Steins den Wert des Goldes um ein Vielfaches. Den umgekehrten Fall hat derweil einst eine Verkäuferin bei „Bares für Rares“ erlebt, die sich über den Wert von Aquamarinen durchaus bewusst war – doch auch sie musste bei der Expertise einen heftigen Schock verarbeiten.
Doch zurück zu Andrea und Karsten: Auch sie befinden sich quasi noch im Schockzustand, als es in den Händlerraum geht.
Die fünf potenziellen Käufer erkennen natürlich sofort, was sie da vor sich haben. Noch dazu sind unter ihnen mit der Fuldaerin Elisabeth „Lisa“ Nüdling, Wolfgang Pauritsch, Daniel Meyer und David Suppes gleich vier Kandidaten, die gerne Schmuck kaufen. Beste Voraussetzungen also für ein ambitioniertes Bietergefecht.
Und tatsächlich sind es dann auch diese vier, die ihre Gebote abgeben. Wolfgang Pauritsch steigt mit bescheidenen 1000 Euro ein, schnell geht es allerdings hoch. Schließlich erhält Lisa Nüdling für 3300 Euro den Zuschlag – der Anhänger geht also nach Fulda.



