,,Bares für Rares: Für über 145 Jahrealtes Porzellan von Meissen gehen Händler Spezial-Deal ein

Ein emotionaler Tag bei „Bares für Rares“: Heidelinde, Beate und ein jahrhundertealtes Meisterwerk aus Meissen

Schon beim Betreten des Studios herrscht eine warme, fast festliche Atmosphäre. Heidelinde, liebevoll „Heidi“ genannt, und ihre Freundin Beate werden herzlich begrüßt. Die beiden Damen sind nicht allein – ihre Lebensgefährten Erich und Andreas begleiten sie.

Schnell wird klar: Zwischen allen herrscht eine enge Verbundenheit. „Das ist mein Lebensgefährte“, stellt Heidelinde stolz vor. Auch Beate und Andreas wirken wie ein eingespieltes Team.

Doch der eigentliche Star des Tages steht noch im Hintergrund: eine prachtvoll dekorierte Porzellanschale, die Beate zur Expertise mitgebracht hat.

Schon beim ersten Blick entfährt den Moderatoren ein anerkennendes Staunen. Die kunstvoll ausgearbeiteten Details, die feine Bemalung, das leuchtende Blattgold – all das lässt erahnen, dass es sich um ein Stück mit Geschichte handelt.

Beate erzählt: „Ich habe die Schale 2003 zur Hochzeit von meinem verstorbenen Mann bekommen. Damals habe ich etwas altes Porzellan gesammelt.“ Und statt das Stück verstauben zu lassen, entschied sie sich nun, es einer neuen Bestimmung zuzuführen.

Der Experte beginnt seine Analyse – und sofort spürt man die Faszination für dieses Einzelstück. Es handelt sich um ein originales Drüselkästchen nach einem Modell von 1738, geschaffen vom berühmten Modellmeister Johann Joachim Kaendler, der im Auftrag des sächsischen Hofes arbeitete.

Das Original befindet sich heute im Grünen Gewölbe in Dresden – einer der prachtvollsten Schatzkammern Europas. Die Version von Beate stammt aus der Zeit um 1860 bis 1880 und trägt die charakteristischen gekreuzten Schwerter des Meissener Porzellans.

Die Innenseite glänzt mit echtem, eingebranntem Blattgold – ein Symbol für die Spitzentechnologie der damaligen Zeit.

„Das ist wirklich das Beste vom Besten seiner Epoche“, betont der Experte. Auch die doppelte Wandung, die feinen Reliefverzierungen und die reich bemalten Blumenmotive unterstreichen den außergewöhnlichen Wert des Stücks.

Doch das Drüselkästchen ist nicht makellos: Ein Kreuz auf der Krone fehlt, einige feine Ornamente sind beschädigt, und im Inneren wurde unfachmännisch Gold abgerieben. Dennoch mindert dies den Wert nicht dramatisch – gut erhaltene Vergleichsstücke sind extrem selten.

Bares für Rares XXL“: Preis geht durch die Decke - Händler verbünden sich -  DerWesten.de

Als die Schätzung erfolgt, stockt allen der Atem: 8.000 bis 10.000 Euro. Beate ringt sichtlich mit ihren Emotionen, und selbst Heidelinde ist überwältigt.

Im Händlerraum steigt die Spannung weiter. Die Händler erkennen sofort, was sie vor sich haben. Ein Bieterduell beginnt – und es wird intensiv. Die Summen klettern schnell:

5000… 6000… 7000… 8000… 10.000 Euro.

Beate und Heidelinde sitzen angespannt, doch dann fällt ein weiteres Gebot: 10.500 Euro. Und schließlich 11.100 Euro. Zwei Händler entscheiden sich sogar, das Stück gemeinsam zu kaufen – ein seltenes Ereignis.

Als sie 11.200 Euro gemeinsam anbieten, nicken Beate und Heidelinde erleichtert. Der Deal steht. Jeder Händler bezahlt 600 Euro Anzahlung, der Rest wird überwiesen. Es ist ein Moment voller Stolz, Erleichterung – und Festtagsstimmung.

Zum Abschied wünschen alle einander frohe Weihnachten. Beate und Heidelinde strahlen. Es ist nicht nur ein Verkauf – es ist eine Geschichte über Erinnerung, Wertschätzung und ein Kunstwerk, das nach über einem Jahrhundert erneut Menschen verzaubert.

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