“Tut weh”: Händler Walter Lehnertz zahlt siebenfachen Wunschpreis

In der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow “Bares für Rares” mit Horst Lichter sorgt ein gebrauchter Plastikkübel für ein knallhartes Händler-Duell, bis es “finanziell weh tut”.
Doch Walter Lehnertz hat es sich nun mal “in den Kopf gesetzt” und zahlt am Ende für das “Mordsding” vom Flohmarkt einen Betrag, der weit über Wunsch- und Schätzpreis liegt.
“Selbst in einem dunklen Raum findet man den”, betont Lichter die leuchtende Farbe des Champagnerkühlers, den Verkäuferin Romaine aus Dudelange in Luxemburg vor kurzem auf einem Flohmarkt erstanden hat. “
Schön ist das Dingen”, findet der Moderator und Annika Raßbach stimmt ihm zu: “Wunderschön.”
Der Kühler für Sekt, Champagner und “eigentlich alle anderen Getränke” stammt von dem bekannten Champagnerhaus Piper-Heidsieck, das bereits 1785 von Florens-Louis Heidsieck in Reims gegründet worden ist, erzählt Expertin Raßbach und betont: “Das ist eine hochqualitative Marke.”
Auch der Designer hat sich auf dem Kübel aus rotem Kunststoff verewigt: der spanische Künstler Jaime Hayon.
“Großartig”, findet die Expertin, dass sich der eigentliche Möbeldesigner von Entwürfen aus dem 18. Jahrhundert inspirieren ließ. Damals sind die Kübel aber aus Silber oder Gold gefertigt worden.
Bei dem Kühler handelt es sich um ein Werbemittel von Piper-Heidsieck, das nicht frei verkäuflich, sondern für Messen geschaffen wurde.
Die Expertin kennt zwar keine Auflagenzahl, datiert das seltene Stück aber im Jahr 2006. Leider ist der Kübel “sehr benutzt und zeigt viele Kratzer im Inneren”. Aber mit Eis und Champagner “sieht das kein Mensch”.
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Die Verkäuferin wünscht sich gerade mal 50 Euro für ihren Plastikkühler vom Trödel. Doch Raßbach schätzt den Wert auf 130 bis 180 Euro. Denn das Objekt stammt von einem “tollen Champagnerhersteller” und ein “spanischer Designer steht dahinter”. Lichter munkelt: “Liebhaber zahlen vielleicht sogar mehr …”
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Und Liebhaber – vor allem für französischen Champagner – finden sich anscheinend im Händlerraum von “Bares für Rares”. So gesteht Julian Schmitz-Avila, als er den Markennamen Piper-Heidsieck liest: “Den trink ich.” Doch auch Walter Lehnertz hat ein Auge auf den Kühler geworfen.
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“Ich habe bald eine Veranstaltung und da wäre das genau das richtige Ding zum Kühlen”, erklärt Händler Lehnertz und die Verkäuferin schmunzelt: “Wenn der Preis stimmt.”
Der Händler hofft auf die geografische Nähe zwischen Eifel und Luxemburg, “dass wir zwei klarkommen”. Aber die Verkäuferin will erst mal die Gebote abwarten: “Mal schauen.”
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“Viel schlimmer sind eh meine Kollegen”, meint Lehnertz und erntet ein zustimmendes “Ja!” von Schmitz-Avila. Doch den Start macht Wolfgang Pauritsch und bietet 50 Euro. Danach folgen natürlich die obligatorischen 80 Euro von Lehnertz, aber auch die restlichen Mitglieder der Runde bieten anfangs noch mit.
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Erst zieht sich Susanne Steiger zurück, dann Wolfgang Pauritsch und als Julian Schmitz-Avila 240 Euro bietet und damit schon die oberste Schätzgrenze von Expertin Raßbach sprengt, steigt auch Jos van Katwijk aus dem Rennen. “Ich hätte ihn gern”, ruft Schmitz-Avila siegessicher, muss aber noch seinen Kollegen aus der Eifel loswerden.
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So klettern die Gebote in einem Kopf-an-Kopf-Duell zwischen Lehnertz und Schmitz-Avila immer weiter nach oben. “Spannend”, findet die Händlerin Steiger den Wettstreit um den knalligen Kübel. Lehnertz gesteht: “Das Schlimme ist, wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe.” “Dann tut es finanziell weh”, beendet Pauritsch den Satz.
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Lehnertz bietet 340 Euro und “dafür bekommt man den Kübel schon fast in Silber”, schnauft sein Gegner, bietet aber 350 Euro. Doch Lehnertz toppt den Preis noch mal und erhält bei 360 Euro endlich den Zuschlag. Schmitz-Avila “ist raus” und verspricht: “Waldi, zum nächsten Event bringe ich dir eine Flasche mit” – also ein doppelter Sieg für Lehnertz.
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Als weiteres Objekt der Sendung bringt Jörg aus Frechen ein Porzellan-Bildnis mit, das laut Bianca Berding von dem Künstler Franz Wagner stammt. Sie datiert das handbemalte Kunstwerk der Manufaktur KPM Berlin zwischen 1890 und 1918.
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Der Wunschpreis liegt bei 800 bis 1.000 Euro. “Das hängt sich keiner mehr in die Wohnung”, erklärt die Expertin und schätzt den Preis daher niedriger auf 300 bis 400 Euro. Die Händlerkarte wird dennoch angenommen.
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Auch im Händlerraum weiß Wolfgang Pauritsch: “Vor 40 Jahren hat sowas ein paar Tausend Mark gekostet, aber das hat sich leider geändert – auch wenn die Qualität hervorragend ist.” Am Ende zahlt er 350 Euro für die “schöne Frau”.
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Margit und Wilfried aus Korschenbroich wollen eine Schleifenbrosche verkaufen, die Patrick Lessmann als geometrischen Art-déco-Schmuck beschreibt. Zeitlich ordnet er die Brosche mit Diamanten (1,1 Karat) aus Platin in die 1930er-Jahre ein.
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Die Verkäuferin wünscht sich 400 Euro für das Stück, das sie von ihrer Schwester geerbt hat. Experte Lessmann taxiert aber 900 bis 1.100 Euro und erklärt: “Art déco ist immer gefragt.” Susanne Steiger zahlt 1.000 Euro.
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Lilly aus Korbach will eine Deckenleuchte von ihrem Großvater verkaufen. Annika Raßbach nennt das Objekt Kaskadenleuchte aus der Space-Age-Ära in den 1970er-Jahren. Doch leider ist kein Hersteller-Vermerk zu finden.
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Die Verkäuferin wünscht sich 600 Euro. Doch ein Designer-Name fehlt und somit schätzt die Expertin nur 200 bis 280 Euro. Die Händlerkarte wird dennoch angenommen. Händler Jos van Katwijk zahlt schließlich 230 Euro.
Tim aus Köln will eine Platte weiterverkaufen, die er vor kurzem auf einem Trödelmarkt in Potsdam entdeckt hat. Die Kupferdruckplatte als “Geschäftskarte der Zeit” eines bekannten Schmuck-Händlers aus Paris samt Wappen des französischen Königshauses datiert Bianca Berding in die Zeit von 1750 bis 1785.
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Der Wunschpreis beläuft sich auf 100 Euro. Die Expertin weiß, “das ist sehr nischig”, taxiert aber 300 bis 500 Euro: “Das ist aber ein Liebhaberpreis.” Am Ende zahlt Jos van Katwijk 260 Euro für das besondere Stück.

 

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